Ancona

Entfernung von Sirolo: 19 km. Man verlässt Sirolo in Richtung Conero-Berg und fährt weiter in Richtung Ancona.

Geschichtliches

Reste prähistorischer Ansiedlungen wurden hier gefunden, d.h. Spuren der picenischen Kultur. Zu Beginn des 4. Jh.s vor

Christi wurde es eine wichtige dorische Kolonie, Ancòn genannt (auf Griechisch Ellenbogen) wegen der natürlichen Bucht, wo

sich der Hafen befindet, mit dem das Stadtleben seit immer eng verbunden war.

Unter den Römern, besonders mit Kaiser Trajan wurde der Hafen wichtiger Anlegeplatz. Nach dem Fall der Longobarden

unterwarf sich die Stadt der römischen Kirche. Nach der Zerstörung durch die Sarazenen 839, lebte die Stadt langsam wieder

auf, erreichte den Status einer freien Stadt und erlitt zahlreiche Belagerungen, darunter die von Friedrich Barbarossa und der

venetianischen Flotte. Die Malatesta eroberten die Stadt, aber sie konnte ihre Freiheit zurückgewinnen.Die Stadt erlitt eine

schwere wirtschaftliche Krise, als Kostantinopel, womit sie dank blühender Wirtschaftsverträge verbunden war, von den

Türken belagert wurde.Das ganze 15. Jh. hindurch war Ancona eine wichtige Seerepublik, bis es 1532 von der Kirche

militärisch besetzt wurde.

Zwischen 1797 und 1816 erlitt die Stadt die Folgen der französischen Besatzung. Sie wurde deshalb Mittelpunkt aller

patriotischen Bewegungen des Risorgimento der Marken bis 1860. Während beider Weltkriege wurde es schwer bombardiert

und erlitt Zerstörungen des Großteils des mittelalterlichen und des Renaissance-Stadtteils.

Wer Ancona auf der Panoramastraße an der Küste, auf der sogenannten Strada del Monte, erreichen sollte, kann am Passetto

halten und das herrliche Panorama und das Kriegerdenkmal bewundern: ein rundes Tempelchen, das auf acht dorischen

Kolonnen aus weißßem Istriastein ruht.Von dort fährt man die Allee, Viale della Vittoria, entlang und erreicht den gut

beschilderten Parkplatz Stamira, damit man dann die Stadtbesichtigung zu Fuß weitermacht. Der Beschilderung folgend

erreicht Piazza Kennedy und den daneben liegenden Platz der Republik. Man sollte einen Blick auf die Theaterfassade werfen.

Das Teatro delle Muse hat ein Giebelfeld mit einem sehenswerten Fries, der Apollo und die Musen darstellt. Auf demselben

Platz befindet sich die Chiesa del S. S. Sacramento (1538), im 18. Jh. im neuklassischen Stil umgebaut. Bemerkenswert ist die

schneckenformähnliche Glockenturmspitze. Von Piazza Kennedy aus, geht man zu Via Cialdini, zu Beginn der Straße ist auf

der rechten Seite die ehemalige Kirche S. Agostino, deren prachtvolles Portal im gotisch- venetianischen blumenreichen Stil zu

bewundern ist (1475).

Rechts vom Teatrro delle Muse geht man zur Via Gramsci bergaufwärts bis Piazza del Plebiscito, auch Piazza del Papa genannt

wegen Der Statue von Clemens XII., den man rechts hinten sehen kann, neben einem schönen Brunnen aus dem Jahr 1449. An

diesem Platz, der ein Bisschen das “Wohnzimmer” von Ancona ist (im Sommer finden hier häufig Veranstaltungen im Freien

statt), befindet sich auch der Palazzo del Governo (14. Jh.) mit dem wuchtigen Stadtturm.

Am selben Platz liegen auch die Stadtbibliothek, das historische Archiv und das Stadtmuseum.

Zwei seitliche Freitreppen und eine mittlere führen zur Chiesa di San Domenico, die man besuchen sollte wegen des Gemäldes

“Die Kreuzigung” vom Tizian und “Die Verkündigung” vom Guercino. Für die Kunstliebhaber ist ein Besuch der Pinakothek

Francesco Podesti und der Galleria d’Arte Moderna, empfehlenswert. Danach geht die Besichtigung von Piazza del Papa aus

weiter. Immer Via Gramsci bergaufwärts kommt man zur Kirche San Francesco Delle Scale oder S. Maria Maggiore (1323).

Man betrachte das majestätische gotisch – venetian ische Portal; im Inneren, in der Absis ein großes Gemälde “Maria

Himmelfahrt” von Lorenzo Lotto. die Straße weiter leicht bergauf kann man rechts die Chiesa del Gesu’ (1665) mit einer

Fassade vom Vanvitelli und gegenüber den Palazzo degli Anziani (1270) sehen. Noch weiter ist links das Museo Archeologico

Nazionale delle Marche mit Sammlungen von enormen Interesse, aus der Eisenzeit und was die picenische, griechische,

römische Kultur und die der Gallier betrifft. Neuerdings wurde es erweitert mit Funden aus dem Paleolithikum, Neolithikum

und aus der Bronxezeit. Diese Teile sind absolut nicht zu versäumen.(071-202602)

Den Weg weitergehend, gelangt man zum Senatsplatz, an dem sich auf der rechten Seite der Senatspalast befindet, in der Hälfte

des 13. Jh.s errichtet; gegenüber die großen Reste des römischen Anfitheaters aus dem I. Jh. n.Ch. und links die Chiesa dei SS.

Pellegrino und Teresa.

Man geht weiter bis oben auf den Guasco – Hügel, wo sich an einem Platz über dem Hafen der wunderschöne Dom, dem Hl.

Zyriakus gewidmet, befindet. Gebaut auf den Resten eines greichischen Tempels aus dem 3. Jh. v. Ch. und vielleicht durch das

katastrophale Erdbeben 558 zerstört. Anfangs wurde hier im 6. Jh. eine frühchristliche Basilika, dem Hl. Lorenz gewidmet,

errichtet. Der dreischiffige Bau, mit einem Eingang auf der süd – östlichen Seite, wurde zum Teil durch sarazenische Angriffe

zerstört, und im 11. und 12. Jh. in Form eines griechischen Kreuzes erweitert; weitere Erweiterunsarbeiten wurde bis zum 14.

Jh. vollbracht, als die Kirche dem Heiligen Zyriakus gewidmet wurde, dieser war Bischof und Märtyrer und Patron der

Seerepublik Ancona.

Die eindrucksvolle Fassade ist in allen Büchern für Kunstgeschichte abgebildet. Auf der Freitreppe erhebt sich die Fassade mit

einem romanisch-gotischen Giebeldach, gestützt von vier Kolonnen (davon hat Vanvitelli zwei hinzugefügt) an deren Basis

zwei Löwen aus rotem Veroneser Marmor sind. Das Giebeldach befindet sich über dem wahren Eingang zur Kirche, der auch

im gotisch- romanischen Stil ist, aus weißem und rotem Stein vom Conero-Berg (1228). An der Fassade sind drei Öffnungen:

das mittlere Rosenfenster und die zwei einbögigen Seitenfenster an den Seitenschiffen. Rechts steht etwas abseits der

Glockenturm, seine massive, gedrungene Form ist darauf zurückzuführen, dass es ursprünglich ein Militärturm war. Links vom

Dom befindet sich der Bischofspalast, uraltes Kloster, zur Zeit Sitz des Museo Diocesano.

Nach einem Besuch des Doms von Innen und nach einer erfreulichen Sicht auf den Hafen, kann man die Straße Giovanni

XXIII. hinuntergehen. In der ersten Kurve rechts steht das Henkerhaus, wo laut Tradition, der Stadthenker gewohnt haben soll.

Man geht weiter bergab bis zum Lungomare Vanvitelli und bis zum Arco di Traiano, der herrliche römische Bogen ist ein Werk

von Apollodoro aus Damaskus (115 v. Ch.), zu Ehren und Dank dem Kaiser Trajan gewidmet, der Ancona zum wichtigsten

Adriahafen erhob. In der Nähe erblickt den Arco Clementino (1738), ein neuklassisches Werk Vanvitellis, dem Papst Klemens

XII. gewidmet und weiter, in eher isolierter Lage der mächtige Bau des Lazzaretts oder der Mole Vanvitelliana, das im Laufe

der Zeit verschiedenaritge Verwendungen hatte: Quarantenezone, Krankenhaus, Kaserne, Karzer, Zollmagazin,Tabaklager. Von

dort kehr man zurück bis Piazza Dante Alighieri und man geht die Via Saffi entlang bis zur Chiesa di S. Maria della Piazza am

gleichnamigen Platz. Zwischen dem 11. und 12. Jh. errichtet auf dem Grundriss einer frühchristlichen Basilika, ist diese Kirche

ein Kleinod der romanischen Kunst in den Marken. Die herrliche Fassade, die die dreischiffige Struktur widerspiegelt, ist im

unteren Teil mit Marmor aus Dalmatien verkleidet und kunstvoll verziert mit zwei waagerechten Dekormotiven. Um das Portal

herum sind wunderschöne Verzierungen angebracht. Wenn man weitergeht in Richtung Stadtmitte ist rechts die Loggia dei

Mercanti, mit herrlicher Fassade im gotisch-venetianischen Stil mit reichen Blumendekorationen, daneben der Palazzo

Benincasa. Nun ist der Weg zum Parkplatz Stamira nicht mehr weit.