Sirolo e Numana

Vor der Zeit der Römer war das Gebiet Sirolo und Numana eine wichtige

Pizenter-Ansiedlung. Sehr interessant ist die area archeologica I Pini (von der

Autobahnausfahrt an der Ortseinfahrt) eine der größten pizenischenischen

Nekropolen. Der Ortsname Sirolo stammt wahrscheinlich von Sirio, einem

Feldherren im Gefolge von König Belisario, dem dieses Land nach dem Sieg über

die Goten (560) als Domäne geschenkt wurde und der dort die erste Burg errichten

ließ. Die gitterwerkähnliche Stadtstruktur, mit sich andauernd kreuzenden Gassen,

stammt aus mittelalterlicher Zeit, als Sirolo eine Festung war,um sich von

barbarischen und danach von sarazenischen Ausplünderungen zu schützen. Wegen

seiner hochgelegenen Position erlitt Sirolo zahlreiche Überfälle und Belagerungen,

ohne sich jedoch jemals kapitulieren zu müssen. Seit dem 11. Jh. war es Lehen der

Grafen Cortesi, 1255 wurde es dann Ancona und danach dem Kirchenstaat

übergeben.

Die von uns empfohlene Route kann man zu Fuß machen. Vom Camping

Internazionale geht man zu Fuß die Straße hinauf und biegt dann nach links in

Richtung Hauptplatz; auf der rechten Seite sieht man die Kirche S. Nicolò mit

ihrem Portal aus dem V. Jahrhundert und ihrem typischen Glockenturm mit seiner

Spitze im orientalischen Stil. Der Platz Vittorio Veneto, der links zum Meer geht,

bietet einen atemberaubenden Blick. Abends ist er der typischste Treffpunkt an der

gesamten Conero-Küste.Wenn man weitergeht, in Richtung Süden, wo die Straße

enger wird, sieht man rechts die Chiesa della Madonna del Rosario (Kirche der

Rosenkranzmadonna), worin sich ein kostbares Gemälde aus dem XV. Jh. und

interessante Basreliefs befinden. Es lohnt sich eine Runde durch die engen Gassen

bis zur mittelalterlichen Stadtmauer mit dem gut erhaltenen Wachturm. Zrück zur

Hauptstraße, geht’s bergab weiter und man gelangt zum Arco, einem Rundbogen

aus dem XI. Jh. (mittelalterlicher Eingang zur Stadt), rechts kann man die Fassade

des Gemeindetheaters (Teatro Cortesi) und einen Teil der alten Stadtmauer

bewundern. Man geht weiter hiununter und kann dann, unten links in der Kurve,

den Eingang zu Villa Vetta Marina sehen: es ist ein ehemaliges Franziskanerkloster,

wovon der Glockenturm erhalten geblieben ist. Rechts von der kleinen Kapelle, die

zur Straße geht, kann man zwei große Ulmen sehen, die, so will die Tradition, der

Heilige Franz von Assisi 1215 auf seiner Durchreise durch Sirolo, gepflanzt haben

soll, als er hier voraussah, dass das Heilige Haus von Nazareth in die Marken

gelangen würde. Der Weg führt weiter bergab in Richtung Numana, Hafen der

Picenter seit dem 8. Jahrhundert v. Ch., mit den Griechen hatte man von hier rege

Handelsbeziehungen. Später wurde es wichtigster Hafen der Römer, südlich von

Ancona, dessen Schichsalsgeschichte es in den nächsten Jahrhunderten gemeinsam

haben wird. Wenn man in den Ort Numana kommt und in Richtung Hauptplatz

geht, wo das Rathaus steht (1773), kommt man rechts in die La Fenice- Straße, wo

das Antiquarium ist, darin ist eine hervorragende Sammlung mit einzigartigen

Funden, die eine vollständige Dokumentation der picenischen Kultur vom VII.

Jahrhundert bis zur römischen Zeit bieten. Hier kann man alle Gegenstände

anfinden, die bei den Ausgrabungen der Grabstätte einer pizenischen Prinzessin in

Sirolo gefunden wurden.

Nach einem Besuch des Antiquariums, der sich absolut lohnt, kehrt man zurück

zum Parkplatz und geht weiter, leicht abwärts, die Rom-Straße entlang bis zum

kleinen Turmplatz, wo man die Reste eines Turmes finden kann, der

höchstwahrscheinlich Teil der mittelalterlichen Stadtmauer war. Bezaubernd ist der

Blick, den man von diesem Platz aus, auf die südliche Küste, bis Porto Recanati, genießen kann.